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Lesetagebuch 2020

2020 war ein anderes Jahr als alle Jahre davor. Das gilt auch für das Lesetagebuch. Je länger Corona-Monat auf Corona-Monat folgte, desto weniger Elan habe ich für all das gefunden, was ich sonst so in meiner Freizeit tue. Oft blieb es dann beim bloßen Konsum: schlechtestenfalls von Twitter und Facebook, bestenfalls von Büchern. An manchen Abenden war mir aber sogar ein Buch zuviel, und so finden sich dieses Jahr in der Statistik auch etliche Heftchenromane …

Insgesamt führte das zu Rekordzahlen:

  • im Jahre 2020 gelesene Bücher: 137 (185 mit Heftchenromanen; 2018: 34)
    (darunter nur 4 gedruckte Bücher, also 133/181 E-Books)
  • im Jahre 2020 gelesene Seiten: 39.113 (44.227 mit Heftchenromanen; 2018: 12.664)
    (36.931 in englischer, 2.182 (bzw. 7.296) in deutscher Sprache)

Das ist in jeder Hinsicht ein Rekord; 2104 hatte ich zuvor einmal 66 Bücher gelesen, das war der bisherige Höchstwert. In den Jahren 2015-2019 zusammen (!) habe ich 159 Bücher gelesen.

Das Jahr begann neben anderen Einzelstücken mit ein paar Büchern aus dem Shadowrun- und dem Battletech-Universum, die ich alle nicht empfehlen kann; dann folgte der 5. Band der Innkeeper Chronicles von Ilona Andrews und die Hidden-Legacy-Reihe derselben Autorin (ganz nett, aber ich bin wohl nicht der richtige Adressat für Romantic Fantasy, oder wie immer man das auch nennt; mir hätte nichts gefehlt, wenn die Protagonisten sich etwas seltener gepaart oder die stählernen Bauchmuskeln oder brennenden Blicke des männlichen Objekts der Begierde eine weniger bedeutende Rolle gespielt hätten).

Von (Urban) Fantasy ging es dann mit den ersten sechs Bänden der Expeditionary Force-Reihe von Craig Alanson in den Bereich der Science Fiction, bevor mit dem Half-Wizard Thordric von Kathryn Wells wieder Fantasy an der Reihe war. Nach ein paar Einzelwerken habe ich dann den wieder ganz hervorragenden 6. Band der Murderbot-Reihe von Martha Wells genossen und, weil ich davon nicht genug bekam, auch die älteren (Fantasy-)Bücher City of Bones and Wheels of the Infinite aus ihrer Feder gelesen - anders, aber auch gut, wenn auch nicht so gut wie der Murderbot.

Im August, nach unserem Urlaub, habe ich Kindheitserinnerungen mit Büchern von Mark Brandis aufgefrischt (sie sind nicht besonders gut gealtert), um dann wieder ganz hervorragende Fantasy aus der Feder von Marshall Ryan Maresca zu lesen, nämlich die Trilogie der Maradaine Novels. Später habe ich noch zwei Bände der Streets of Maradaine im selben Universum (genau genommen: derselben Stadt) gelesen, dazwischen aber wieder Ilona Andrews, nämlich die Bände 3-10 ihrer Serie um Kate Daniels, die ich im letzten Jahr als eher schwere Kost empfand - mit fortschreitender Handlung werden sie aber deutlich besser. Deshalb habe ich dann noch sechs weitere Bücher der Autorin aus demselben Kosmos gelesen. Knight Watch von Tim Akers überzeugte mich hingegen nicht sehr.

Weil ich nun einmal bei eigenartigen Fantasy-Serien war, folgte darauf dann 14 Bände der Geschichten um die Werwölfin Kitty Norville von Carrie Vaughn (und die drei Sammlungen von Kurzgeschichten aus derselben Welt). Will man Fantasy, viel Fantasy, dann gibt es eine totsichere Quelle: Mercedes Lackey. Und so schlossen sich an den folgenden Abenden und Wochenende dann einige Einzelbücher aus den SERRAted Edge- und Elemental Magic-Reihen an, und ganz viel Valdemar: die Bände 2 und 3 der Family Spies-Reihe und die zeitlich eine Generation davor spielende Herald Spy-Trilogie sowie die fünf Bände der Collegium-Reihe. Und weil ich immer noch nicht genug hatte, kamen dann die Anthologien Tales of Valdemar; die ersten beiden sind online nicht verfügbar, aber die Bände 3-12 konnte Amazon liefern.

Aus irgendwelchen Gründen hatte ich dann wieder Lust of “Shadowrun”; acht Bücher später - die meisten nicht besonders gut; eigentlich waren die weitaus meisten sogar ziemlich schlecht - war mir die Lust dann aber wieder vergangen. Die Midwinter Holiday-Anthologie Under a Winter Sky brachte mich dann zu A Stitch in Time von Kelley Armstrong; ein lohnenswerter Fund. Auch die Case Files of Henri Davenforth Numero 1-4 rund um den weiblichen Shinigami Detective Edwars, eine FBI-Agentin, die durch eine magische Entführung auf einem Planeten in der technischen Phase der frühen Industriealisierung landet, auf dem aber Magie existiert, und wo sie mit ihrer Ermittlungserfahrung und ihrem Partner, dem Magical Examiner Henri Davenforth, knifflige magische Kriminalfälle löst.

Ein wildes Jahr mit einer wilden Auswahl etlicher wirklich schlechter, vieler ganz interessanter und einiger wirklich guter Bücher. (Über eine Handvoll Hefte “Geisterjäger John Sinclair” und erschreckend viele - mehr als 40 - Hefte Jerry Cotton breiten wir den Mantel des Schweigens.)

Ich bin gespannt, was 2021 bringt - und ich wäre nicht böse, wenn es deutlich weniger Lektüre wäre und ich dafür meine Motivation für andere Hobbies und Tätigkeiten wiederfinden würde.

Frühere Lesetagebücher:

Titelbild © Dario Airoldi - stock.adobe.com

[Nachträglich veröffentlicht im Juli 2021.]

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Kommentare

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Thomas Hühn am :

Thomas Hühn

Du liest ein Buch, findest es scheiße, liest n weitere Bücher derselben Serie, findest die scheiße, und kommst nicht auf die Idee, nach dem dritten mal aufzuhören?

Und dann setzst du die Serie später nochmal fort — mit acht weiteren Büchern, die du auch scheiße findest?

Das ist Hingabe!

Thomas Hochstein am :

Thomas Hochstein

Die Shadowrun-Welt gefällt mir ganz gut; es scheint nur schwierig zu sein, einigermaßen brauchbare Bücher zu finden …

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