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Telefax im Jahr 2022

Ich habe ein Telefaxgerät zuhause. Nein, falsch - ich benötige manchmal ein Faxgerät und nutzte dafür bisher ein ohnehin vorhandenes Kombigerät. Die Nutzungsfrequenz ist niedrig; eingehende Faxe bekomme ich eigentlich gar nicht, und faxen muss ich auch nur selten: ab und an ist das bequemer als scannen und mailen, in erster Linie gibt es aber bestimmte Situationen in meinem Leben, in denen ich einerseits unterschriebene Dokumente übermitteln muss - gescannte Unterschriften sind so eine Sache - und vor allem andererseits die einzige gesichert bestehende Empfangsmöglichkeit ein Faxgerät ist.

Nun steht der Drucker, der zugleich Faxgerät ist, zusammen mit Desktop, Laptop, Server und NAS in meinem “Home-Office”; von dort aus gibt es aber keine kabelgebundene Verbindung zur FRITZ!Box, die hier Internet und Telefon macht. Vor neun Jahren, nach dem Erwerb des ersten Multifunktionsgeräts, hatte ich das über eine DECT-Anbindung gelöst. Das funktionierte prima; sowohl mit dem damaligen ISDN-Anschluss als auch ab 2016 mit der FRITZ!Box und VoIP oder ab 2020 mit dem neuen Multifunktionsgerät.

Die ganze Zeit über war die DECT-Box allerdings mit der alten Basisstation der ersten beiden DECT-Telefone verbunden, die wiederum am S0-Anschluss der FRITZ!Box hing. Nun habe ich aber nach langen Jahren meine Frau überreden können, sich ein FRITZ!fon schenken zu lassen und dafür die alten Telefone in den Ruhestand zu schicken. Kurz bevor ich die Basisstation außer Betrieb nehmen wollte, fiel mir allerdings gerade noch rechtzeitig ein, dass daran ja auch das Fax hing. Also habe ich mir stattdessen vorgenommen, die DECT-Box in einer ruhigen Minute auf die FRITZ!Box umzubuchen.

Letzte Woche hatte ich mich entsprechend gerüstet: die Anleitung wiedergefunden und diesmal das PDF an einer definierten Stelle abgelegt, das alte Analogtelefon aus dem Keller geholt, alles miteinander verbunden. Die alte Basisstation abgebaut. Dann die DECT-Box vom Strom getrennt, sie mit dem angeschlossenen Telefon in den Programmiermodus versetzt und eine Neuanmeldung angestoßen, parallel dazu die Anmeldung an der FRITZ!Box angestoßen. Nichts. Viele Versuche später (automatische Anmeldung der DECT-Box, manuelle Anmeldung, Reset der PIN, Anmeldemodus an der FRITZ!Box per Tastendruck oder über Weboberfläche, schließlich auch Deaktivierung der sicheren DECT-Verbindung) - weiterhin nichts.

Danach hatte ich keine Lust mehr und habe nach Alternativen gesucht. Ich brauche ja nicht zwingend ein Faxgerät im eigentlichen Sinne; alles, was ich faxen muss, liegt ohnehin bereits als PDF vor oder lässt sich in ein solches scannen. Den Faxempfang macht ohnehin bereits die FRITZ!Box; es fehlt also nur noch eine Versandlösung, die über die rudimentären Möglichkeiten der FRITZ!Box hinausgeht. Externe Dienstleister fallen aus; weder will ich Geld dafür bezahlen, noch bin ich willens, die entsprechenden (oft vertraulichen) Daten über Dritte zu übermitteln. Also bin ich (wieder) auf die Empfehlung von FRITZ!fax für FRITZ!Box gestoßen, eine Softwarelösung aus dem Hause AVM, die vom PC aus den Versand (und Empfang) von Faxen direkt über die FRITZ!Box ermöglicht.

Offiziell wird die Software nicht mehr unterstützt, und das letzte Release ist von 2011. Inoffiziell wird eine Kompatiblität auch für Windows 10 und Windows 11 angegeben, und es gibt reihenweise Einträge in der Knowledge Base, will sagen, Wissensdatenbank von AVM. Also frisch ans Werk und der Installationsanleitung folgen:

  • Zunächst die aktuelle Version der Software herunterladen.

  • Die FRITZ!Box ist bereits für Faxempfang und -versand konfiguriert, die in der Anleitung als inkompatibel beschriebene Software verwende ich nicht. Also den Installer auspacken und dann ausführen. Das dauert etwas; bei 99% hatte ich schon die Befürchtung, dass die Installation hing, aber dann ging es doch weiter. Ggf. muss man eine Verbindung in der Windows-Firewall freigeben.

  • Danach sollte man “CAPI-over-TCP” in der FRITZ!Box aktivieren, und zwar so, wie es in der Anleitung beschrieben steht (durch entsprechende Tastenbefehle über ein angeschlossenes Telefon); das Angebot des Installers, nach Eingabe des Passworts für die FRITZ!Box die Einstellung selbst vorzunehmen, war bei mir nicht erfolgreich.

  • Schließlich kann man die Software starten und ein erstes Testfax schicken. Das klappte auf Anhieb. (Man muss sich natürlich eine Gegenstelle suchen. Ich hatte noch eine UMS-Rufnummer dafür.)

Damit konnte ich nicht nur die alte DECT-Basisstation mit den beiden Mobilteilen rückbauen, sondern auch die DECT-Box am Laserjet. Der ist jetzt eben kein Faxgerät mehr, aber damit kann er leben, und ich kann es auch.

Titelbild © gabrielejasmin - stock.adobe.com

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Kommentare

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mitch am :

mitch

Jemand hat das Titelbild geklaut, aber der Copyrightvermerk ist noch da ;-)

Ontopic: Die 2 Faxe in den letzten 5 Jahren habe ich tatsächlich direkt über die Fritz!Box versendet, auch wenn das mehr als spartanisch ist. Kam an, gab keine Beschwerde, muss reichen. Wann ich das letzte mal ein Fax empfangen habe, weiß ich gar nicht mehr…

Früher™ hatte ich über Kreuz zwei ISDN-Karten im Server, damit man ein- und ausgehende Telefonanrufe loggen konnte. Da war glaube ich hylafax am Start. Aber auch dazumals war das Faxen eher Spielerei als in Benutzung. (das Anruflog dagegen war ein Killerfeature: damals war man ja nicht über Handy erreichbar, wenn man übers Wochenende weggefahren ist)

Thomas Hochstein am :

Thomas Hochstein

Jemand hat das Titelbild geklaut, aber der Copyrightvermerk ist noch da ;-)

Das "Titelbild" in diesem Sinne ist das Bild, das in Social Media (Twitter, Facebook) angezeigt wird, also überall dort, wo OpenGraph-Data ausgewertet wird. Und das Bild sollte noch da sein. :-)

Ontopic: Die 2 Faxe in den letzten 5 Jahren habe ich tatsächlich direkt über die Fritz!Box versendet, auch wenn das mehr als spartanisch ist. Kam an, gab keine Beschwerde, muss reichen.

Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich diesbezüglich ab und an andere Anforderungen habe.

Früher™ hatte ich über Kreuz zwei ISDN-Karten im Server, damit man ein- und ausgehende Telefonanrufe loggen konnte. Da war glaube ich hylafax am Start. Aber auch dazumals war das Faxen eher Spielerei als in Benutzung. (das Anruflog dagegen war ein Killerfeature: damals war man ja nicht über Handy erreichbar, wenn man übers Wochenende weggefahren ist)

Yep. Andere Zeiten …

mitch am :

mitch

Erst dachte ich, das Bild fehlt im RSS-Feed, darum sah ich über die Blogwebseite nach.
Heißt das, ich muss das Blog zusätzlich nochmal über Twitter lesen, wenn ich nichts verpassen will? Wieviele Bilder habe ich denn schon verpasst? \o/

Thomas Hochstein am :

Thomas Hochstein

Heißt das, ich muss das Blog zusätzlich nochmal über Twitter lesen, wenn ich nichts verpassen will? Wieviele Bilder habe ich denn schon verpasst? \o/

"Verpassen" ist schon sehr relativ. :-)

Normalerweise hat jeder Beitrag, der kein Bild enthält, ein "verstecktes" Bild als OpenGraph/Twitter-Cards-Data, schlicht aus dem Grund, dass die Ankündigungen auf Twitter, Facebook und Co. dann besser aussehen, weil das Bild mit etwas Drumherum eingeblendet wird.

Das sind aber (fast immer) alles Stockfotos aus Fotodatenbanken; insofern verpasst Du wenig bis nichts (manche sind schon ganz gut gelungen und passen zum Thema, aber es bleiben eben Stockfotos). Darauf beziehen sich jeweils die Vermerke auf den Urheber des "Titelbilds"; das ist regelmäßig Teil der Lizenzbedingungen.

Es gibt ganz wenige Ausnahmen, bei denen ich mir selbst ein Bild gebastelt habe, aber das ist auch nichts, was man sehen muss - in der Regel sind das nur mehrere Screenshots o.ä. zusammengeschnitten bspw. https://netz-rettung-recht.de/uploads/articles/entry-images/dokus.jpg oder https://netz-rettung-recht.de/uploads/articles/entry-images/games-2016-2020.jpg.

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