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Dungeons 3

Die Dungeons-Spielereihe sagte mir nichts, bis mir Dungeons 3 begegnete - und mich ziemlich begeistert hat. Für mich war es genau die richtige Kombination von Aufbau- und Echtzeit-Strategie mit passendem Schwierigkeitsgrad, einer herrlich skurrilen Storyline und einer Erzählstimme, die - ähnlich wie bei den Zwergen - das Spiel zum Leben bringt.

Dungeons 3 stellt - wie die anderen Spiele der Reihe - das übliche Konzept von Dungeons, Dragons und Co. auf den Kopf: wir stehen nicht auf der Seite der Helden, die sich wagemutg durch den Dungeon kämpfen, sondern ganz im Gegenteil auf der Seite des Bösen, des Dungeonlords, hier vertreten durch eine Dunkelelfe namens Thalya, die vom Bösen besessen wurde und nun Krieg u.a. gegen ihren Adoptivvater und dessen Freunde - die oft gar nicht so heldenhaften Helden - führt.

In der Kampagne folgt so Aufgabe auf Aufgabe, immer umrahmt mit (teils recht langen) Cutszenes, die aber oft schon eine Übersicht über die Karte und einige wertvolle strategische Tipps liefern, und immer kommentiert vom Erzähler, Thalya, Thalyas guter Seite und anderen, die sich allesamt nicht besonders ernst nehmen; alleine das ist schon ein Heidenspaß. Allmählich werden so auch Stück für Stück neue Räume und Fertigkeiten eingeführt. Jeder Level hat dabei neben dem Hauptziel einige Bonusziele, die erreicht werden können: durch Einhalten eines Zeitlimits, Erledigung zusätzlicher Aufgaben, durch die Vermeidung des Verlusts von Kreaturen oder Lebensenergie usw. Schließlich kann man, wenn man will, den Schwierigkeitsgrad auch auf “höllisch” heraufsetzen.

Das Spiel selbst besteht aus Aufbaustrategie im Dungeon unter der Erde und Echtzeitstrategie an der Oberfläche.

Jeder Level hat - zumindest - einen zentralen Raum im Dungeon mit dem Dungeonherz, das nicht zerstört werden darf, und mindestens einen (oft aber auch zwei oder drei) Ausgänge an die Oberfläche. Durch diese Ausgänge können die Horden des Bösen an die Oberfläche drängen, aber bedauerlicherweise umgekehrt auch Heldengruppen in den Dungeon marschieren. Unter der Erde lassen sich nun neue Gänge und Räume ausheben (oder auch wieder mit Erdreich auffüllen), die Räume ausbauen und Türen und Fallen montieren. Außerdem kann Gold abgebaut werden. Zuständig für all das sind die “Schnodderlinge”, Hilfskreaturen, die die ihnen gestellten Aufgaben Stück für Stück abarbeiten. Beauftragt man sie bspw. mit größeren Aushebungsarbeiten und mit dem Ausbau einer Höhle als Raum, können sie so lange kein Gold schürfen; man sollte daher seine Finanzen im Auge behalten. Auch besteht ab und an die Gefahr, beim Ausheben von Räumen und Gängen auf bereits bestehende Höhlen zu stoßen, in denen sich Spinnen und andere Viecher aufhalten, die sich von dort aus in den Dungeon ausbreiten - Zeit für eine schnelle Intervention der bewaffneten Macht. Während man seinen Goldvorrat im Auge hat, kann man Schatzkammern bauen, Aufenthaltsräume für seine Kreaturen (einschließlich Dämonen und Untoter, die jeweils eigene Aufenthaltsräume benötigen), Werkstätten, Fallen- und Türenfabriken (die jeweils bemannt werden müssen), Bibliotheken und allerlei mehr. Auf diese Weise kann man dann auch Mana produzieren und sammeln (neben Gold der zweite wichtige “Rohstoff”) und anfangen, seine Armee aufzubauen. Doch Vorsicht - auch Kreaturen kosten Geld! Hat man einige um sich gescharrt, können sie zum einen eindringende Helden (und Spinnen und andere Kreaturen im Dungeon) bekämpfen; zum anderen geht es mit ihnen an die Oberfläche. Auch dort warten Helden, die man bekämpfen kann - doch darüber hinaus auch Orte des Wahren, Guten und Schönen, die dringend korrumpiert und in Orte des Bösen verwandelt werden müsen, um die dritte Ressource, nämlich Bösartigkeit, zu sammeln. Dabei ändert sich dann auch sofort die grafische Darstellung - aus Blumenfeldern mit Einhörnern und strahlenden Altären werden quasi blubbernde Sümpfe mit unangenehm aussehenden Pflanzen. Durch Kämpfe gewinnen die eigenen Kreaturen an Stärke (falls sie nicht sterben) und leveln auf, wobei sie in höheren Leveln zusätzliche Räume brauchen, um trainieren oder ihren Bierdurst stillen zu können. An der Oberfläche sind in der Regel auch die levelspezifischen Aufgaben zu erledigen, die die Kampagne voranbringen.

Ein Blick auf den Dungeon mit dem Quartier der Dämonen und dem Mana-Lager. Unten links die Karte der Oberwelt, unten rechts die des Dungeons; in der Kopfzeile die Anzahl der “Schnodderlinge” und Kreaturen, Gold, Mana und Bösartigkeit sowie Materialkisten, Hühner und Bier.

Als wäre das nicht genug gehört auch ein Forschungsbaum zum Spiel. Unter Einsatz von Geld und Bösartigkeit lassen sich neue Räume, neue Kreaturen, neue Fallen und neue Fähigkeiten freischalten und die Kampfkraft und die Spezialfähigkeiten von Thalya und den Kreaturen verbessern, natürlich in jedem neuen Level neu und von vorne beginnend. Schließlich lassen sich Türen und Fallen produzieren, die zum einen Räume abschließen (und damit ihre Effizienz erhöhen) und zum anderen den Vormarsch von Heldengruppen verlangsamen (oder schwächere Gruppen gar gleich beseitigen) können. Manche Fallen funktionieren von selbst, andere müssen manuell ausgelöst werden; alle müssen nach einer bestimmten Anzahl von Auslösungen erneuert werden.

Zum Spiel gehört wie immer die Abwägung: baut man erst seinen Dungeon aus und seine Armee auf, oder zieht man direkt los an die Oberwelt? Oft ist es sinnvoll, möglichst schnell Bösartigkeit zu generieren, aber man sollte auch nicht eine schwache Armee an der Oberwelt verheizen. Dazu kennen manche Level ein Zeitlimit - und man sollte immer seine Ressourcen im Blick haben: anfangs vor allem Mana und Bösartigkeit, dann aber auch Gold, wenn sich die Goldminen allmählich dem Ende zuneigen.

Ein Blick in die Oberwelt. Die Anzeige ist ähnlich; unten links findet man nun noch die ausgewählte(n) Kreatur(en) dargestellt. Oben mittig einer der typische Kommentare, der dann auch passend vorgetragen wird.

Mir haben der Ausbau des Dungeons und die Missionen an der Oberfläche ebenso gefallen wie die Darstellung und die Steuerung (die im Echtzeit-Strategie-Teil wie immer schwierig ist, aber m.E. machbar) - und abgerundet wird das Erlebnis durch die Story und die Text-/Audiokommentare.

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