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Bei den sieben Zwergen

Ein paar Monate ist es schon her, dass ich Die Zwerge aus einem Humble Bundle angespielt habe - ein Computer Role-Playing Game mit einer interessanten Story, die in Text und Bild, vor allem aber auch Ton (in Form einer Erzählstimme) ausgerollt wird. Die Story scheint mir aber auch der Kern des Spiels zu sein (nicht ganz fernliegend, wenn es sich um die Umsetzung eines Buches handelt); die Spielmechanik hat mir nicht so gut gefallen.

Nach einem kurzen Intro, bei dem man sich mit der Kampfsteuerung vertraut machen soll, springt die Geschichte ein paar Jahrhunderte in die Jetzt-Zeit. Unser Held, ein verwaister Zwerg, hat Aufnahme bei einem Magier gefunden und ist dort in der Schmiede (wo sonst?) tätig. Nun erhält er zum ersten Mal einen Auftrag zu einer Reise über das Land, um einem früheren Lehrling des Meisters etwas zu überbringen - und dabei gerät er mitten in einen Ansturm wüster Orkhorden gegen das Geborgene Land.

Auf dieser Karte macht man seine Züge. Unten rechts Icons für die Party samt Inventory und die Übersicht der Quests; weiter links, außerhalb des Bildschirms, das Ziel der aktuellen Haupt-Quest.

Die Reise findet auf einer brettspielähnlichen Karte statt, auf der man sich (und später seine ganze Gruppe) über Verbindungswege von Punkt zu Punkt bewegen kann. Andere Symbole für Orkhorden, Händler oder sonstige Reisende bewegen sich gleichfalls, nachdem der Spieler gezogen hat. Betritt man Städte oder mit einem “?”-Symbol gekennzeichnete Orte oder trifft man auf andere Gruppen, kommt es zu Ereignissen: die Story setzt sich fort, man führt einen Dialog (in dem man aus vorgegebenen Antworten wählen kann), oder es kommt zum Kampf, in der Regel als “epische Schlacht” gegen eine Übermacht.

Die Qual der Wahl: vier Helden dürfen es sein, die jeweils ihre Spezialfähigkeiten und ein Ausrüstungsstück in den Kampf mitbringen.

Mit der Zeit schreitet die Storyline fort; man erhält neue Quests (und einige wenige Sidequests), denen man folgen sollte, und man bleibt natürlich nicht allein, sondern sammelt eine Party. Schon auf der ersten Reihe trifft man auf zwei andere Zwerge, die einen fortan begleiten, und mit der Zeit kommen weitere Gefährten hinzu. Kämpfe werden auf Seiten unserer Helden aber immer nur - höchstens! - zu viert bestritten, daher hat man dann später die Qual der Wahl. Außerdem kann man seine Champions noch mit jeweils einem Gegenstand ausrüsten, der dann im Kmapf verwendet werden kann oder die Eigenschaften verbessert.

Kämpfe laufen in Echtzeit ab, lassen sich aber mit der Leertaste anhalten, um in Ruhe Kommandos an die eigenen Kämpen zu verteilen: wohin sie laufen sollen, wen sie angreifen sollen, und welche Spezialaktionen sie ausführen sollen. Letztere (dargestellt als Symbole neben dem ausgewählten Helden, zusammen mit einem Shortcut) führen zu machtvollen Hieben oder magischen Angriffen, kosten aber Aktionspunkte (blaue Quadrate im Bild), die sich nur langsam wieder auffüllen. Vergisst man (wie ich ständig), welche Aktion nun welche ist, kann man das Spiel kurz anhalten und den Mauszeiger über den Icons schweben lassen, worauf eine Erklärung der Spezialfähigkeit eingeblendet wird. Helden und Gegner verfügen über Lebensenergie (grün bzw. rot über der jeweiligen Figur eingeblendet); geht sie zur Neige, dann war’s das. Viele Kämpfe haben darüber hinaus ein bestimmtes Ziel, dass dann unten am Bildschirmrand eingeblendet wird. Nicht immer geht es darum, alle Gegner zu besiegen.

Mit dem Handling der Kämpfe konnte ich mich, ehrlich gesagt, nicht wirklich anfreunden - was bei einem CRPG ein Problem ist, stellen sie doch ein ganz wesentliches Spielelement dar.

Essen, Geld, eine wertvolle Perle und ein Heiltrank fallen uns nach dem Kampf als Beute zu.

Nach dem Kampf ist nicht nur vor dem Kampf - es ist auch Beute zu verteilen, und alle Mitglieder der Gruppe erhalten Erfahrungspunkte und steigen ggf. einen Level auf, was dann zum einen ihre Werte verbessert und zudem (in der Regel bei jedem zweiten Aufstieg) eine neue Spezialfähigkeit freischaltet, wobei regelmäßig zwischen zwei Fähigkeiten gewählt werden kann.

Und so zieht man über die Karte seinen Quests hinterher, führt Dialoge und kämpft, immer auf dem Weg zum großen Ziel. Es entfaltet sich eine tolle Story, opulent erzählt und am Anfang sehr fesselnd - doch mit etlichen Wochen Abstand würde ich mich weitgehend einer der auf der Wikipedia-Seite des Spiels zitierten Bewertung anschließen:

Würde man alle Dialoge und vertonten Texte des Spiels zusammenschneiden, ergäbe dies ein gutes Hörbuch. Doch vom eigentlichen Rollenspiel hätte ich mehr erwartet.

Es lohnt sich, die Zwerge einmal anzuspielen, schon wegen der Story - und wenn man besser als ich mit der Steuerung und den Kämpfen zurechtkommt, dann wird es ganz sicher ein tolles Erlebnis. Schlecht hat es jedenfalls auch mir nicht gefallen. Und man will auf jeden Fall wissen, wie die Story ausgeht!

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