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Twitter ändert Voraussetzungen für die Nutzung seiner APIs

Man kann Twitter bekanntlich nicht nur über die Weboberfläche, sondern auch über verschiedene Apps nutzen - und zwar sowohl über solche, die Twitter selbst entwickelt bzw. aufgekauft hat als auch über Programme von “Fremdentwicklern”, so dass jeder Twitter letztendlich auf die Weise nutzen kann, die ihm am meisten zusagt.

Diese Möglichkeiten lassen sich natürlich auch missbrauchen - bspw. durch die Herstellung und Nutzung von Bots, die Twitter mit Beiträgen fluten. Um Missbrauch dieser Art zu bekämpfen, hat Twitter Änderungen bei der Prüfung und Zulassung von “Fremdentwickler”-Apps und neue Limits für nicht speziell zugelassene Apps angekündigt, die am 10.09.2018 - also Ende der Woche - in Kraft treten sollen. Dabei ist aus meiner Sicht noch nicht absehbar, ob diese Maßnahme tatsächlich der Missbrauchsbekämpfung dient oder nicht (auch) der Verdrängung von “Fremdentwicklern”; denn natürlich hat Twitter ein Interesse daran, dass möglichst viele Nutzer die Webseiten und die “eigenen” Apps nutzen, weil bspw. nur dort Werbung eingespielt werden kann.

Jedenfalls werden sich ab dem 10.09.2018 erhebliche Änderungen ergeben.

  • Seit Juli müssen alle neuen Apps einen Prüfungs- und Freigabeprozess durchlaufen. Das bedeutet für Entwickler, dass zunächst ein Account über das neue Entwickler-Portal beantragt werden muss. Nach dessen Freigabe können neue und alte Apps über das Portal gemanaged werden.

  • Jeder Entwickler wird auf 10 von ihm betreute Apps beschränkt sein.

  • Auch Apps müssen künftig einen Review-Prozess durchlaufen, bevor sie freigegeben werden.

Ohne Review gelten dann strikte Beschränkungen für Apps. Diese dürfen per Default nur noch 300 Tweets oder Retweets pro drei Stunden absetzen und 1.000 Likes oder Follows und 1.500 Direktnachrichten pro 24 Stunden - und zwar nicht etwa pro Nutzer, sondern pro App (!).

Diese Beschränkungen behindern einen Bot interessanterweise immer noch eher wenig, zumal er ja pro Account gesondert angemeldet werden kann. Normale Clients sind damit aber praktisch unbenutzbar. Schon wenn nur 1.000 Nutzer einen Client verwenden, kann nur noch jeder Zehnte einmal pro Stunde etwas tweeten oder retweeten.

Twitter kündigt zwar an, man wolle rechtzeitig auf betroffene Entwickler, die diese Grenzen derzeit (weit) überschreiten, zugehen, aber man wird gespannt sein dürfen, wie sich das entwickelt, und ob Twitter damit den Missbrauch auf seiner Plattform eindämmt oder eher ungeliebte Drittanbieter-Apps aus dem Rennen schießt.

Die Twitter-Anbindung von Serendipity dürfte davon eigentlich nicht betroffen sein, weil zur Nutzung des Plugins für jedes Blog eine eigene App registriert wird und die Default-Limits für das Posten von Ankündigungen neuer Blogeinträge weit, weit ausreichend sind. Das Durchsuchen von Twitter scheint nicht weitergehend limitiert zu werden. Allenfalls kann es zukünftig einmal erforderlich werden, die App nochmals neu zu registrieren.

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Kommentare

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Matthias Mees am :

Matthias Mees

„Normale Clients sind damit aber praktisch unbenutzbar.“ klingt natürlich erstmal übel, aber zusammen mit „Ohne Review gelten dann strikte Beschränkungen für Apps.“ würde ich doch annehmen, dass erfolgreich reviewte Apps keine API-Limits haben? Das ist zwar immer noch übel für neue Apps, die während der Review-Phase (von der wohl auch niemand weiß, wie lang sie dauern mag) quasi unbenutzbar wären, aber nach erfolgreichem Review dürfte das eigentlich – im Rahmen der jetzt schon geltenden Einschränkungen, die ja auch nicht ohne ohne sind – überschaubar sein?

Thomas Hochstein am :

Thomas Hochstein

Nach einem Review sollen für die Apps tatsächlich nur die bisherigen (m.W. nutzerbezogenen) Beschränkungen greifen, so wie ich das verstehe.

Die Crux wird eben die Art und Weise - und Geschwindigkeit - des Reviews sein.

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