Skip to content

OFIRTA 2016

Am 19.11.2016 war ich zum ersten Mal Zuhörer beim Odenwälder First Responder Tag, kurz OFIRTA, einer von der LNA-Gruppe des Neckar-Odenwald-Kreises und dem Förderverein Notfallseelsorge und Notfallnachsorgedienst im Neckar-Odenwald-Kreis veranstalteten offenen Fortbildung (nicht nur) für Angehörige von First-Responder-Gruppen in der Buchener Stadthalle.

In diesem Jahr ging es - dem Titel nach - um “Dialog und Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg”; tatsächlich aber (und das war auch der Hauptgrund für meine Anreise) war die Veranstaltung ziemlich “polizeilastig”.

Nach der Begrüßung durch den Motor und Organisator der Veranstaltung, Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, und den Grußworten der Politik und Verwaltung machte Ministerialdirigent Hermann Schröder aus dem baden-württembergischen Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration, wo er die Abteilung Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement leitet. Er verwies auf die Aufnahme der First Responder in das Landesrettungsdienstgesetz und die so gesicherte rechtliche Stellung und kündigte eine demnächst zu erwartende Rechtsverordnung über Ausbildung, Ausrüstung und Alarmierung der First Responder an.

Danach präsentierte Kriminaloberkommissar Michael Henk von der Kriminalinspektion 8 (Kriminaltechnik) des Polizeipräsidiums Heilbronn dem Auditorium einen ganz anderen Blick aus seiner Sicht auf einen typischen Einsatzort des Rettungsdienstes: nämlich als Tatort. Er warb - unter Berücksichtigung der Prioritäten des Rettungsdienstes - um Berücksichtigung einiger einfacher Regeln für den Umgang mit einem solchen potentiellen Tatort, für möglichst spurenschonendes Arbeiten unter Minimierung von Veränderungen und um deren Dokumentation, im Optimalfall durch ein schnell “geschossenes” Foto der Antreffsituation. An einem Fallbeispiel eines realen Tötungsdelikts, bei dem eine solche Dokumentation durch die ersteintreffenden Kräfte vorgenommen worden war, stellte er die Wichtigkeit dieses Vorgehens und die möglichen Fehlschlüsse aus einem unerkannt veränderten Tatort vor.

In einem weiteren, sehr spannenden Vortrag stellte ein Medic des Spezialeinsatzkommandos der Polizei Baden-Württemberg (Direktion Spezialeinheiten des Polizeipräsidiums Einsatz) das taktisch-medizinische Vorgehen der Einheit vor, insbesondere auch im Hinblick auf die mögliche Zusammenarbeit mit Kräften des Rettungsdienstes, die nach Sicherung der Einsatzstelle die durch die Einsatzkräfte begonnene Versorgung zu übernehmen haben und sich dabei mit - im zivilen Rettungsdienst - ungewohnten Verletzungsmustern durch Waffen- und Sprengmitteleinwirkung, einer ungewohnten Einsatzumgebung mit “Men in Black” und ungewohnten Verbandmitteln und Medizinprodukten konfrontiert sehen können.

Daran schloss sich eine Darstellung der Einsatzkonzeption für die polizeiliche Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst bei Geiselnahmen oder Amoklagen durch Polizeihauptkommissar Manfred Röckel, Einsatztrainer beim Polizeipräsidium Heilbronn, an, der auch die neu auf allen Einsatzfahrzeugen zur Verfügung stehende besondere Zusatzausrüstung der Polizei des Landes Baden-Württemberg für solche Lagen demonstrierte.

Abgerundet wurde die sehr interessante Veranstaltung durch Vorträge zur “Interkulturellen Kompetenz” und den Gefahren durch den “stillen Killer” Kohlenmonoxid.

Wer sich den nächsten Termin direkt vormerken will: der siebte OFIRTA wird am 25.11.2017 in der Stadthalle Buchen stattfinden.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

HTML-Tags werden in ihre Entities umgewandelt.
Markdown-Formatierung erlaubt
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
BBCode-Formatierung erlaubt
Gravatar, Identicon/Ycon Autoren-Bilder werden unterstützt.
Formular-Optionen
tweetbackcheck