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Wie macht man heute Webstatistik?

Ich erinnere mich noch, wie ich vor vielen Jahren - rund anderthalb Jahrzehnten - das Interesse an damals von mir zum Download bereitgestellten Dateien gemessen habe: Jeden Monat lud ich mir von meinem Webspaceanbieter die dort generierten Logfiles herunter, ließ auf meinem heimischen Rechner ein Auswertungsprogramm laufen und ergänzte liebevoll die Anzahl der jeweiligen Downloads im vergangenen Monat in Klammern hinter dem Namen der Datei. Anfangs fand ich das total spannend, nach einiger Zeit ziemlich nervig, und später bin ich dann auf ein Zählscript umgestiegen (Umleitung des Dateiabrufs über ein PHP-Script, das eine Datenbank fütterte).

Unabhängig davon ist es natürlich weiterhin interessant, wie intensiv die eigene Website von anderen genutzt wird. Insbesondere die Abrufe und Besuche - für diese Metriken gibt es natürlich vielfältige Definitionen - insgesamt, welche Seiten oder Dateien besonders oft aufgerufen werden, welche Suchbegriffe auf die eigenen Seiten führen (auch wenn Google das leider erschwert hat) und - für jede Seite oder Datei - wo diese verlinkt sind (Referrer-Auswertung). Zu diesem Zweck hat man früher [tm] einfach die Logs des Webservers ausgewertet, bspw. mit Webalizer oder AWStats. Heute - eigentlich schon seit vielen Jahren - liest man stattdessen von Google Analytics und Piwik (und den damit verbundenen Datenschutzproblemen).

Weil ich mit der Zeit gehen will, habe ich mir auch einmal Piwik installiert und nutze es bislang im Logdatei-Auswertungs-Modus. Das hat mich allerdings bislang nicht besonders überzeugt; es dauert teilweise gefühlt ewig, bis eine Auswertung vorliegt, und für mich interessante Statistiken - bpsw. die Referrerstatistik: von wo wurden bestimmte Seiten aufgerufen? - habe ich bislang zumindest nicht gefunden. Vielleicht ist das auch einfach der falsche Weg, mit Piwik umzugehen …

Daher die Frage in die Runde und an die geschätzte Leserschaft: Was benutzt der Blogger oder Webpublizist von heute zur Auswertung der Seitenaufrufe? Eher eine Auswertung der Logfiles? Oder eher einen Livedienst wie Google Anlaytics? Was genau benutzt ihr? Wie sind eure Erfahrungen?

Bonusfrage: Wie haltet ihr es mit Datenschutzerwägungen?

Hilfsweise: Welche Newsgroup, welches Forum ist die oder das richtige für solche Fragen?

Über Antworten und Kommentare würde ich mich freuen.

Dear Lazyweb ...

Immer mal wieder gibt es die eine oder andere Frage, die mich interessiert, zu der ich bislang aber noch keine überzeugende Lösung gefunden haben. Außerdem finde ich es oft spannend, einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich Anregungen zu holen, wie andere Menschen bestimmte Fragestellungen oder Probleme angehen, welche Meinungen sie dazu haben und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Daher möchte ich in Zukunft (un)regelmäßig solche Fragen unter dem Tag #followerpower hier im Blog an die Allgemeinheit stellen. Ich freue mich auf Antworten in den Kommentaren oder auch in eigenen Beiträgen, die nach hier trackbacken. Es muss kein Aufsatz sehr … schon eine Zweizeiler oder ein guter Link hilft (mir und vielleicht auch anderen Lesern).

"Liebster Blog Award" - heute einmal anders

Liebster Blog AwardAnfang dieser Woche hatte ich im Feedreader ein Déjà-vu, als ich feststellte, dass Dirk mich für den “Liebster Blog Award” nominiert hat - ich glaube jedenfalls, ich bin der “Thorsten”, der dort gemeint ist. :-)

Jedenfalls bin ich recht sicher, der englisch-sprachigen Variante “Best Blog Award” bereits zweimal begegnet zu sein. Aller guten Dinge sind aber bekanntlich drei, und weil mich die von Dirk gestellten Fragen angesprochen haben, weil ich mich bei den anderen beiden Gelegenheiten vor eigenen Fragen und Nominierungen gedrückt habe, und weil ich es selbst interessant finde, ab und an einmal auf neue Blogs gestoßen zu werden, aus diesen Gründen: auf ein neues! Diesmal aber anders …

Im Überblick:

Die Regeln

  1. Verfasse einen Beitrag mit dem Bild des Awards und verlinke dabei den Beitrag, in dem Du “nominiert” worden bist.
    So erfährt der Nominierende - hier also Dirk - via Trackback von der Antwort, und der Leser dort kann die Beiträge aller “Nominierten” in den Kommentaren sehen.

  2. Beantworte die 11 Fragen, die Dir gestellt worden sind.

  3. Denke Dir 11 neue Fragen aus und “nominiere” 11 neue Blogs, die weniger als 200 Leser haben.

  4. Informiere die 11 “Nominierten”, dass sie einen Award bekommen haben, damit sie dann gleichfalls die vorstehend genannten Aufgaben erledigen können.

Die beiden letzten Regeln stellen mich dabei aber vor ein Problem - und das liegt nicht nur darin, dass (wie schon mehrfach durch andere Nominierte vermerkt) sich kaum feststellen lässt, wie viele Leser ein Blog hat. Vielmehr passt ein solcher Award - letztlich eine Form eines Blog-Stöckchens - längst nicht in jedes Blog hinein. Überall dort, wo letztlich das fachliche im Vordergrund steht oder auch ausschließlichen Raum einnimmt, wäre ein solches “Stöckchen” eine Fremdkörper. Gut passt es letztlich vor allem in Kleinbloggersdorf, oder mit anderen Worten überall dort, wo ein Blog tatsächlich noch der ursprünglichen Form eines Weblogs, eines Logbuchs der Reise durchs Netz, nahekommt: ein buntes Potpourri von Linksammlung, Memes, privaten Ereignissen und Familiengeschichten, aber auch Tutorials, Reiseberichten und fachlichen Beiträgen. Wenn es solche Blogs noch gibt, dann nach meinem Eindruck immer weniger - diese Stilform erscheint mir in die sozialen Netzwerke, in allererster Linie Facebook, weitergezogen zu sein. Jedenfalls ist Kleinbloggersdorf heute klein genug, dass ich Zweifel habe, dort noch 11 aktive, mir bekannte Weblogs zu finden, die von diesem Stöckchen auch noch nicht getroffen wurden. Ob das dann auch noch Blogs sind, die einigermaßen unbekannt und von Interesse für andere Leser sind … ich weiß nicht.

Meine Regeln

Daher erlaube ich mir, kreativ mit den Regeln umzugehen und die 11 neuen Fragen von den 11 empfohlenen Blogs zu trennen.

Ich werde 11 Fragen stellen - nicht zwingend völlig neue Fragen, aber solche, auf die mich Antworten interessieren würden, und die auch einen Bezug zum einzigen haben, was uns Blogger letztlich sicher verbindet: das Bloggen nämlich. :-) Ich werde aber nicht 11 bestimmte Blogger damit beglücken, sondern lade jeden Leser und jede Leserin ein, ihre oder seine Antworten auf diese Fragen zu geben, am liebsten in einem eigenen Beitrag im eigenen Blog (mit einem Link = Trackback nach hier), sonst aber auch gerne in den Kommentaren.

Außerdem werde ich 11 Blogs empfehlen - und zwar solche,

  • die ich gerne lese,
  • die vermutlich auch für ein weiteres Publikum interessant sind, also nicht ausschließlich fachspezifisch,
  • die aber möglichst nicht zu den “Großen” gehören, die ohnehin jeder kennt (vom BILDblog über das law blog und den Shop- und Hostblogger bis zum Bestatterweblog), und
  • die immer noch aktiv sind, wenn auch vielleicht manchmal niederfrequent.

Diesen aber ist es ebenso freigestellt wie jedem anderen Leser, zu antworten; ich werde sie daher nicht gesondert informieren. (Bei den meisten würde ein solcher “Award” auch kaum zum Stil passen.)

Ich hoffe auf diese Weise sowohl vielleicht einige interessante Einblicke zu gewinnen und zum anderen den Lesern einen Mehrwert zu bieten (und einigen interessanten Blogs neue Leser zuzuführen).

""Liebster Blog Award" - heute einmal anders" vollständig lesen

Tag 8 an der See

Nach einer schönen Urlaubswoche an der See heißt es nun allmählich Abschied nehmen. Zur Feier dieses Tages hat sich - nach Regenschauern und Regengüssen - sogar recht lange und recht intensiv die Sonne hervorgewagt, doch kaum hatte man auch mich erfolgreich hervorgelockt, tauchte schon wieder eine dunkle Wolke auf, die allerdings dann doch erst einmal nicht abregnete.

Zum Ausklang hatten wir einen Tisch im Fischereihafen-Restaurant reserviert und konnten dort noch einmal leckere Fischgerichte - sogar mit einem guten Pfälzer bzw. einem Badener Wein - genießen. Unseren ursprünglichen Plan, zuvor noch das lange im Bau befindliche und nunmehr eröffnete, unmittelbar angrenzende Wrack- und Fischereimuseum “Windstärke 10”, hatten wir verworfen; zu gemütlich war der Tag bis dahin verlaufen. Immerhin konnten wir nach dem Essen einige Ausstellungsstücke vor dem Museum begutachten, die durchaus Appetit auf mehr machten - vielleicht im nächsten Jahr?

Historische Fahrwassertonne
Eine historische Fahrwassertonne …
Historische Fahrwassertonne - Detailaufnahme
… aber kein Fahrradständer!

Kafkaeske Kommunikation

Ich habe seit einiger Zeit Kontakt mit der Telekom, die für mich - zu nicht direkt günstigen Tarifen - seit Jahrzehnten die Versorgung mit Telefonie und Internetzugang übernimmt. Und das begann - vor jetzt bald drei Wochen - so:

Date: 5 Aug 2014 11:44:50 +0200

Sehr geehrter Hochstein,

Umstellung des T-ISDN Komfortanschlusses.

Leider konnten wir Sie telefonisch nicht erreichen. Bitte teilen Sie uns einen Zeitraum und eine Rufnummer mit, wann und wie wir Sie erreichen können.

Bitte melden Sie sich zur Beratung unter 08003301000 […].

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen hiermit weiterhelfen konnten. Gerne stehen wir Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 33 01000.

Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail, sondern nutzen unsere kostenfreie Rufnummer.

[…]

Nun wüsste ich nicht, dass ich irgendeine Umstellung beauftragt hätte. Aber vielleicht will mich ja auch die Telekom umstellen? - Wer weiß. Also fragt man am besten einmal nach, indem man direkt auf die entsprechende E-Mail (mit Zitat derselben) antwortet:

Date: Wed, 06 Aug 2014 21:52:54 +0200

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Umstellung des T-ISDN Komfortanschlusses habe ich nicht beauftragt.

Gerne können Sie mir die notwendigen Informationen per E-Mail übermitteln, entweder an diese Adresse oder an die bei Ihnen hinterlegte Adresse.

Freundliche Grüße,
Thomas Hochstein

[…]

"Kafkaeske Kommunikation" vollständig lesen

Tag 7 an der See

Nachdem es heute morgen so sonnig aussah, hat das Wetter sich gegen Mittag dann doch für Regen entschieden. Und dann zum Wolkenbruch. Und dann zum Dauerregen. Aber gerade, als ich an der Tankstelle überlegte, ob sich eine Autowäsche bei diesem Wetter lohnen würde, lugte die Sonne wieder hervor.

Das haben wir dann direkt genutzt, um den Nachmittag - und den Abend - im Thalassozentrum ahoi! zu verbringen, zu saunieren und uns auf der Dachterrasse die - ja, wirklich! - Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.

Im Anschluss ging es dann - nicht zum ersten Mal in diesem Jahr - ins Leuchtfeuer zu einem späten, kleinen, aber sehr leckeren Abendessen. Und diesmal wurden wir auf dem Rückweg nicht bis auf die Haut nass! Ich schließe daraus: das Wetter wird besser. (Gerade tröpfelt es aber schon wieder heftig aufs Dach …)

Bücher tauschen mit Bookmooch

Ich gehöre ja zu den Menschen, die - noch und weiterhin - gerne Bücher kaufen (und nicht nur E-Books lesen), und die diese Bücher dann auch gerne behalten, sammeln und ins heimische Regal stellen. Mancher sagt auch, ich würde sowieso fast alles sammeln und könnte mich nur schwer trennen. :-)

Manchmal - gar nicht so selten - gibt es aber auch Bücher, die man zwar ganz gerne einmal liest, aber nicht unbedingt behalten muss und aller Voraussicht nach auch kein zweites Mal in die Hand nimmt, von den Büchern, die man retrospektiv auch beim ersten Mal nicht zwingend hätte in die Hand nehmen müssen ganz abgesehen. Ungern würde ich auch solche Bücher in die Papiertonne entsorgen, also fragt sich dann, wohin damit. 2006 habe ich mit dem Büchertauschdienst Bookmooch für mich eine Antwort auf diese Frage gefunden.

Das Prinzip eines solchen Tauschdienstes ist einfach: man stellt die Bücher ein, die man gerne abgeben möchte, und schaut sich nach Büchern um, die man gerne haben wollen würde. Für das Abgeben von Büchern - und, bruchteilsweise, auch für das Einstellen derselben - gibt es Punkte, und diese Punkte kann man dann wiederum einsetzen, um Bücher von anderen Mitgliedern zu ordern. Bookmooch unterscheidet sich dabei insofern von anderen Anbietern, als die Teilnahme kostenlos ist; es sind keinerlei Gebühren o.ä. an den Plattformbetreiber abzuführen, dieser stellt Hardware und die selbst entwickelte Applikation sowie den Pflegeaufwand frei und ehrenamtlich zur Verfügung und nimmt allenfalls Spenden entgegen.

Das Prinzip gefällt mir sehr gut - und aufgrund des Non-Profit-Ansatzes sehr viel besser als die deutschen Alternativen wie z.B. Tauschticket oder Hitflip. Allenfalls Tauschgnom scheint gleichfalls kostenlos zu arbeiten. Außerdem sind sowohl die Technik für das Einstellen der Bücher - die primär auf die Eingabe der ISBN und nachfolgende Ergänzung der Daten über Schnittstellen zu Amazon pp. aufbaut und auch eine Massenverarbeitung erlaubt - als auch das Punktesystem m.E. funktional und ausgefeilt. Schade nur, dass der Anteil der deutschen Nutzer vergleichsweise gering und (jedenfalls mittlerweile) auch wenig aktiv ist. Im wesentlichen läuft der Austausch nach meinem Eindruck international mit englischsprachigen Büchern. Dazu kommt natürlich, dass die Portokosten gerade vielen angelsächsischen Nutzern den internationalen Versand vergällen und die zunehmende Verbreitung von E-Books das Tauschmaterial ausdünnt. Auch ich habe mir überlegt, dass es wohl sinnvoller ist, ein Buch, das man voraussichtlich ohnehin nur einmal lesen möchte und nicht in den Schrank stellen würde, direkt als E-Book zu ordnern (jedenfalls ein wenig preisgünstiger und sofort ausgeliefert) als später das physische Buch wegzutauschen.

Andererseits sind die anfallenden Portokosten beim Versand als Büchersendung bzw. Buch international in Deutschland sehr gering; der außerdeutsche Versand kostet auch weltweit nur 3,- € bzw. 5,- €, und ich habe ein gutes Gefühl dabei, meine Regale von nicht mehr benötigen Büchern befreien zu können und dabei noch jemand anderen ab und an eine Freude bereiten zu können.

Vielleicht ist Bookmooch - oder ein Pendant - auch für den einen oder anderen Leser unter meinen Lesern eine Überlegung wert. Das Projekt verdient jedenfalls Anerkennung (und Förderung).

Tag 5 und 6 an der See

Nach dem kurzen Abstecher nach Nordholz am Dienstag führte uns der Weg am Donnerstag zum “Tor zur Welt” nach Hamburg - immer eine (Zug-)Reise wert. Nach kurzem Kampf mit dem Automaten - offenbar hat die Bahn seit meiner letzten Reise die Benutzerführung komplett überarbeitet - spuckte dieser dann ein passendes Ticket, einschließlich einer Tageskarte für den HVV (Großbereich, Ringe A und B), aus, und vor der Tür stand schon ein Metronom im “Nordsee-Takt” zur Abfahrt bereit, so dass dem Aufbruch nichts mehr im Wege stand.

Am Ziel der Fahrt angekommen ließ sich die Zeit bis zu unser Abendverabredung gut füllen mit einem Spaziergang an der Alster entlang und durch die Stadt, einem leckeren Kaffee - mit Blick auf die Abriss-Baustelle am anderen Ufer direkt gegenüber - und schließlich einem Fußmarsch zu den Landungsbrücken (rückblickend hätte ich vielleicht dem Vorschlag folgen sollen, man könne auch mit der U-Bahn dorthin gelangen). Nachdem ich das Museumsschiff “Cap San Diego” bereits von einer gemeinsamen Besichtigung 2007 im Rahmen von Canossa IX kannte, haben wir uns diesmal die “Rickmer Rickmers” angesehen, die auch interessante Ausstellungen in ihren unteren Decks beherbergt.

Das Segelschiff Rickmer Rickmers.
Museumsschiff “Rickmer Rickmers”

Pünktlich um kurz vor 18 Uhr waren wir dann an der U-Bahn-Haltestelle “St. Pauli”, wo wir schon erwartet wurden, und haben uns für die nächsten Stunden ins “Herzblut” begeben, um dort ein leckeres großes Steak zu verspeisen und sowohl die “Happy Hour” als auch die “Jumbo Happy Hour” zu nutzen. Es wurde ein durchaus lustiger Abend - inzwischen habe ich dem Netz auch die Hintergründe der Initiative “Lieber mit Gummi”, die uns zunächst etwas irritierte, entnommen -, bis wir schließlich um kurz nach elf den letzten Zug heimwärts bestiegen. Irgendwann kurz nach 1 Uhr waren wir glücklich zuhause, und irgendwann später im Bett …

Dementsprechend spät war der Start in den Tag am Freitag, und dementsprechend gemütlich der Tagesverlauf. Es ist gar nicht schlecht, wenn man auch einmal dazu kommt, in Ruhe eines der vielen mitgebrachten Bücher zu lesen. Auf die Beteiligung an einer nachmittäglichen Radtour habe ich dann auch verzichtet; vielleicht gar keine schlechte Entscheidung, denn zwischendurch begann es - natürlich! - wieder zu regnen. Das war im übrigen am Donnerstag eine ganz bemerkenswerte Ausnahme: es blieb den ganzen Tag über trocken. In Hamburg jedenfalls; wie wir hörten, galt dies nicht gleichermaßen für die Küste. :-)

Einen leckeren Abschluss fand der Tag bei Hamburger und Rigatoni all’arrabbiata mit Kabeljau im Bistro Kamp’s.

Generatoren für statische Websites

Ganz früher bestand eine Homepage, bestanden Webseiten allgemein im wesentlichen aus HTML-Dokumenten. Auf dem Weg zum Web 2.0 kamen zunächst CGI-Scripts für bestimmte Anwendungen auf; insbesondere aber mit der Verbreitung von PHP wurden Webseiten deutlich interaktiver. Blogs, Gästebücher, Kontaktformulare wären anders auch kaum vorstellbar. Nicht immer aber ist Interaktivität wirklich erforderlich. Manche eigentlich statische Seite wird nur deshalb dynamisch via PHP - oder auf vergleichbare Weise - erzeugt, weil es so bequem ist, die Erstellung einer Navigation und der Grundstruktur der Seiten zu automatisieren und Änderungen nur an einer Stelle vornehmen zu müssen. Das kann durch Installation eines CMS - oder eines dafür “zweckentfremdeten” Blogs oder Wikis - erfolgen; man kann auch wie ich schlicht die bisherigen HTML-Dokumente durch PHP-Scripts ersetzen, die im wesentlichen nichts anderes tun als vorgefertigte Funktionen für die Generierung des Seitengerüsts und der Navigation aufzurufen und ansonsten praktisch nur aus HTML bestehen. Meistens wäre es aber eigentlich gar nicht erforderlich, die Webseiten für jeden Aufruf neu zu generieren, weil sie sich nicht oder doch nur selten ändern. Ausreichend wäre es vielmehr, die Erstellung der an und für sich statischen Seiten aus Vorlagen - Templates - zu automatisieren und dabei ggf. auch automatisch die nötige Navigation zu erstellen.

Das leisten - in verschiedensten Variationen - static site generators, also Scripts oder Programmpakete, die man mit Schablonen (Templates) und Inhalten füttert und die daraus - ergänzt um eigene Programmschnipsel - die fertige Website erstellen. Vorteilhaft daran ist, dass die Webpräsenz im wesentlichen aus statischen HTML-Seiten bestehen kann, nur dort durch Scripts ergänzt, wo das auch tatsächlich für Interaktivität notwendig ist. Auf dem Webserver wird die Last deutlich verringert, weil nicht für jeden Seitenaufruf ein PHP-Interpreter gestartet werden muss; auch bestehen weniger Angriffsmöglichkeiten, weil kein ausführbarer Code mehr “live” auf dem Webserver laufen muss. Eine gewisse Interaktivität lässt sich auch durch tägliche, halbtägliche oder sogar stündliche Neuerzeugung der Webseiten erreichen; das macht für ein Forum oder auch ein Blog mit Kommentaren sicher wenig Sinn, aber wenn “nur” ein RSS-Feed oder die aktuellsten Tweets eingeblendet werden sollen, reicht das oft aus. Zudem lassen sich bspw. Kommentare auch durch externe Systeme wie Disqus vermittels Javascript einbinden.

Das Angebot an solchen Generatoren ist - wie bei Blogs, Wikis, CMS, Bugtrackern usw. - einigermaßen unüberschaubar geworden, wie man einer beliebigen Liste von Static Site Generators entnehmen kann. Gute Erfahrungen habe ich mit nanoc gemacht, mit dem auch der CCCS seine Website generiert; Jekyll wird bspw. bei GitHub genutzt, um dort Webseiten - direkt aus Git heraus - zu generieren. Der einzige Nachteil bei beiden ist ggf., dass sie in Ruby geschrieben sind und daher eigene Scripts und Erweiterungen sinnvollerweise ebenfalls in dieser Sprache zu halten sind. :-)

Das Grundprinzip ist bei allen Generatoren immer dasselbe: Es wird ein Grundgerüst für die Seiten in Form eines oder mehrerer Templates aufgebaut, gerne in HTML 5 und “responsive”, die dabei Platzhalter oder sogar entsprechend fortgeschrittenere Funktionen enthalten. Das Design erfolgt über CSS, wobei auch CSS-Präprozessoren wie LESS oder SASS zur Anwendung kommen können. Die einzelnen Webseiten schließlich können als HTML-Dokumente, aber besser noch in einfacheren Auszeichnungssprachen wie MarkDown, Textile, Asciidoc usw. angelegt werden. Dann gibt es in der Regel noch eine Konfigurationsdatei, aus der sich ergibt, wie die einzelnen Bausteine - Templates, CSS, Seiteninhalte - “bearbeitet” und zusammengefügt werden sollen. Aus diesen Anweisungen und Bausteinen generiert der Site Generator dann statische HTML-Dokumente (oder auch PHP-Scripts, oder Dokumente, die Javascript enthalten, oder …). In der Regel sind dabei eine Vielzahl von Filtern zur Interpretation von Markdown, LESS und Co. bereits enthalten; die eigenen Seiten und Designs lassen sich daher quasi aus einem Baukasten zusammensetzen, zumal als Basis für das Grundgerüst der Seiten auf Systeme wie Bootstrap oder HTML5 Boilerplate zurückgegriffen werden kann, die eigene Schriftarten, Icons und/oder Javascript direkt mitbringen oder zumindest entsprechende Anregungen enthalten. Mit verhältnismäßig wenig Aufwand lassen sich so die eigenen Inhalte hübsch, technisch modern und auf den verschiedensten Geräten vom Smartphone über das Tablet bis zum Laptop oder großen Desktopbildschirm ansehnlich darstellen.

Wenn man möchte, kann man auch die Quelldokumente in einem Versionsverwaltungssystem wie Git verwalten und bei jeder Änderung daraus automatisch eine neue Version der Webseiten erzeugen. Auf diese Weise ist ein Blogbeitrag, aber auch eine neue Seite der eigenen Homepage schnell in Markdown geschrieben, mit einem Vorspann - mit den notwendigen Informationen wie Titel, Autor, Erstellungsdatum, Typ pp., bspw. in YAML - versehen und im Git-Repository gespeichert; daraus erzeugt dann der Generator automatisch die neue Seite und passt - gleichfalls automatisch - alle davon betroffenen anderen Seiten (Inhaltsverzeichnis/Sitemap, Navigation, RSS-Feed, …) an und erzeugt sie, soweit nötig, neu.

Ich finde das sehr praktisch für alle Anwendungsfälle, die keine “Webapplikation” darstellen, sondern im wesentlichen statische Inhalte enthalten, die sich nicht minütlich oder stündlich, sondern eher täglich, wöchentlich oder auch nur alle Jubeljahre einmal ändern. Durchaus lässt sich aber auch ein Blog so betreiben, wenn man denn die interaktiven Elemente wie Kommentare pp. “outsourced”, bspw. an Anbieter wie Disqus. Mit ausreichend Zeit - ja, genau da liegt der Knackpunkt … :-) - plane ich, zumindest einige der von mir betreuten Webseiten in der Zukunft entsprechend umzustellen.

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