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Verkehrsmittelkombinationen

Ich muß sagen, Bahnfahren auf schnellen Verbindungen ist ja doch eine angenehme Sache.

Früher hätte ich die Aufgabe, von Süddeutschland auf eine Nordseeinsel zu gelangen, sicher grundsätzlich mit dem Auto gelöst. Inzwischen bin ich klüger. :-) Einmal quer durch Deutschland, zumal mit vorhersehbaren Staus dazwischen, muß nicht zwingend sein; da ist es doch viel angenehmer, gemütlich auf Schienen dahinzueilen, und in der 1. Klasse hat man auch viel Platz (und es ist längst nicht so überfüllt wie im Rest des Zuges). Bevor die ICE-Verbindungen dann enden und man sich mit dem Nahverkehr und mehrfachem Umsteigen herumärgern müßte, kann man dann (bis zur Fähre) wieder aufs Auto wechseln. So war der Plan - dankenswerterweise für mich schon vorbereitet -, und die Umsetzung hat auch prima geklappt. Gemütliche vier Stunden Fahrt, sogar mit WLAN, wenn man’s will, aus dem Regen in die Sonne, dann Mittagspause und weiter mit einem flotten A3 auf weitgehend leeren Autobahnen, dann auf die Fähre und das letzte Stück dann per Bahn und per pedes.

Übrigens: Es ist schön hier. :-)

Blick über die Insel

Eine schöne Feier

Wenn die gestrige Anreise sich auch etwas … klebrig gestaltete, so hat der weitere Verlauf des Tages dafür doch entschädigt.

Nachdem wir nach leichten Schwierigkeiten (Merke: Im Zweifelsfall genügt es, die Karte um 180° zu drehen!) den Ort des Geschehens gefunden und die Geschenke abgenudelt übergeben hatten, wurde kurz danach bereits das Faß angestochen und das Buffet eröffnet, auf dem sich allerlei kalte und warme Köstlichkeiten stapelten. Nachdem sich die meisten lange nicht mehr gesehen hatten, gab es auch viel zu erzählen, und die Tatsache, daß an unserem Tisch irgendwie immer die angebrochenen Spirituosenflaschen gelandet sind, die wir natürlich nicht mit Resten (oder halbvoll, oder …) zurücklassen wollten, führte auch nicht zu einer Verringerung des Kommunikationsbedarfs. ;-) Als wir uns deutlich nach Mitternacht auf den Weg ins Hotel machten, war es dementsprechend zwar einerseits spät, andererseits aber auch viel zu früh.

Nach einer durch die Zeitumstellung besonders kurzen Nacht sind wir dann heute am Mittag ausgecheckt, haben - motiviert durch die gestern von mir scharfäugig erspähten typischen Transportbehältnisse - das Vorhandensein eines Starbucks am Kölner Hauptbahnhof festgestellt und diesen dann schließlich auch am anderen Ende des Gebäudes gefunden, um dann einen der letzten freien Plätze draußen mehr oder weniger vor dem Dom zu ergattern (drinnen war an freie Plätze nicht zu denken, und die Warteschlange schlängelte sich schon ziemlich weit durch den Raum). Nachdem sich ein erneuter Abstecher zum Geburtstagskind aufgrund der Entfernung und des gleichfalls früh geplanten Aufbruchs der übrigen Gäste nicht mehr so recht lohnte, haben wir dann direkt um 12.55 Uhr den ICE zurück ‘gen Heimat geentert.

Diese Fahrt verlief dann doch deutlich angenehmer als die Hinfahrt, nämlich genau so, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte: Großraumwagen, Ruhe, bequeme Sitze, Service am Platz, und für den Laptop sogar ein (funktionierendes!) WLAN. :-) Allerdings haben wir die Reise schon mit 10 Minuten Abfahrts-Verspätung begonnen (obwohl das Kuppeln in Köln offenbar geklappt hatte), und diese Verspätung wuchs auch stetig; die Hoffnung, sie aufholen zu können, verpuffte dann dank langer Wartezeit in der Anfahrt auf Frankfurt/M. Flughafen Fernbahnhof, und eine Baustelle gab uns dann den Rest: 25 Minuten Verspätung in Mannheim, wo wir hätten umsteigen müssen. So landeten wir dann doch im nächsten durchgehenden Zug, den wir auch direkt eine Stunde später, um 13.55 Uhr, in Köln hätten nehmen können. Der hatte allerdings auch - baustellenbedingt - rund 15 Minuten Verspätung.

Dadurch ließen wir uns aber nicht verdrießen. Immerhin hatte ich so die Gelegenheit, das "Fahrgastrechte-Formular" der Bahn kennenzulernen (Ankunftsverspätung von über 60 Minuten). Wow. Selbst im öffentlichen Dienst tätig bin ich ja einiges an Bürokratie gewohnt, aber dieses Formular (knapp zwei DIN-A4-Seiten lang, plus kleingedruckte Erläuterung auf der Rückseite) schlägt alles. Und das alles nur - einschließlich des Aufwands am Service-Point für die Aushändigung und Vorbereitung des Formulars - um mitzuteilen, was die Bahn schon weiß (die Verspätungen) bzw. aus der beigelegten Fahrkarte mit den Entwertungsstempeln ersehen kann (welcher Zug genutzt wurde). Ich bin ja mal gespannt, was dabei am Ende herauskommt. ;-)

First Class bei der DB

Wie ich schon erwähnte, kann ich bis zum Ende des Monats meine vorhandene BahnCard (2. Klasse) auch zum ermäßigten Erwerb von Fahrkarten der 1. Klasse verwenden, und dieser Versuchung bin ich - natürlich - erneut erlegen, als sich die Frage stellte, wie wir wohl am besten an diesem Wochenende ins Rheinland kommen, um dort der Vollendung eines Lebensjahres beizuwohnen. Ich freute mich schon darauf, diesmal sogar über eine längere Strecke die entsprechenden Annehmlichkeiten in einem ICE zu nutzen, gemütlich und (meistens) in Ruhe zu sitzen und vielleicht das eine oder andere Stündchen zur weiteren Vervollständigung dieses Blogs nutzen zu können.

Leider muß man sagen: zu früh gefreut. Daß wir mit unser Reservierung nicht im Großraumwagen gelandet sind, sondern im Abteil, kann man der Bahn nicht vorwerfen. Auch die an Jahren bereits fortgeschrittene Dame, die sich einfach auf einen der reservierten Plätze gesetzt hatte, weil sie "nicht rückwärts fahren" kann, mit der Folge, daß wir nicht nebeneinander sitzen konnten, ist nur bedingt ein Problem der Bahn (und daß ich zunächst selbst mit dem Rücken gegen die Fahrtrichtung saß, obschon ich weiß, daß ich das nicht gut vertrage, erst recht nicht, wenn ich dabei am Bildschirm arbeite, habe ich nur mir alleine zuzuschreiben). Aber als ob das nicht genügen würde, um mir die Freude an der "erstklassigen" Fahrt zu nehmen, war das gesamte Abteil offenbar durch Vornutzer "geflutet" worden: der Tisch auf Ober- und Unterseite klebrig von Limonaden (der Farbe nach) und Bier (dem Geruch nach), der Fußboden so getränkt, daß das Anheben der Schuhe nur gegen klebrigen Widerstand möglich ist, und über den Zustand der Sitze habe ich lieber nicht nachgedacht - wichtiger war, vor jedem Griff und jeder Bewegung darauf zu achten, wo man sich möglicherweise hineinsetzt. :-| Und das, so denke ich, kann man der Bahn durchaus vorwerfen, denn die Sauberkeit ihres Wagenparks halte ich für ihre Sache.

Trostpflaster von der Bahn

Schreiben der DB Fernverkehr AG
Schreiben der DB Fernverkehr AG

Post von der DB Fernverkehr AG!

Man teilt mir mit, dass man "sich entschuldige" für die Betriebsstörungen des letzten Winters (war es nicht mal so, daß man um Entschuldigung bat?), erläutert Ursachen und Hintergründe und ergriffene Abhilfemaßnahmen und schreibt 1.500 bahn.bonus-Punkte als Wiedergutmachung gut, wobei das Anschreiben vermuten läßt, daß alle bahn.comfort-Kunden - jedenfalls in den räumlichen Bereichen, die besonders von den Betriebsstörungen betroffen waren - mit entsprechenden Anschreiben beglückt wurden, denn im vergangenen halben Jahr bin ich selbst sicherlich nicht einmal ein halbes Dutzend Male mit der Bahn gefahren. Wie ich aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren habe, erhalten Kunden mit BahnCard 100 bei denselben Rahmenbedingungen übrigens direkt 2.500 bahn.bonus-Punkte gutgeschrieben.

In jedem Fall eine nette Geste der Bahn. - Dankeschön!

Schnupper-BahnCard First

Die DB ist fies. Schickt sie mir doch einfach eine für den Monat März gültige "Schnupper-BahnCard First" zu, mit der ich meine BahnCard 50 (2. Klasse) auch für eine 50%ige Ermäßigung für Fahrscheine der 1. Klasse verwenden kann. Und, zertifiziertes Luxusszaf das ich bin, kann ich da natürlich nicht "nein" zu sagen, und bin heute dann in der 1. Klasse des altbekannten IC in die alte Heimat zurückgefahren. *seufz*

Aber schön war’s schon …

Spaß mit der Bahn

War ich einige Jahre lang täglicher Fernpendler und danach noch länger immerhin Wochenpendler, so bin ich seit Ende 2008 kaum mehr Bahn gefahren (unter anderem auch deshalb, weil Fahrten in die alte Heimat jetzt aufgrund geographischer Lageveränderungen mit dem Auto nicht mehr wesentlich länger dauern), was mich in nächster Zeit auch meinen bahn.comfort-Status kosten dürfte. :-( Daher habe ich die wohl teilweise chaotischen witterungs- und wartungsbedingten Verhältnisse in der letzten Zeit bisher nicht aus erster Hand miterleben dürfen. Heute aber hatte ich eine Fahrt nach Mannheim - samt Sitzplatz - gebucht, und das hat sich in dieser Hinsicht richtig gelohnt. Ein ohnehin erfahrungsgemäß gut gefüllter ICE wird nämlich dann, wenn er nur aus einem Zugteil besteht, überraschenderweise noch deutlich voller. Zwar hatte ich (wenige Stunden vor Abfahrt!) reserviert, aber natürlich war diese Reservierung in dem nichtexistenten Zugteil. (Ist es so schwierig, entfallende Zugteile zumindest ab Kenntnis von deren Fehlen für Reservierungen zu sperren?)

Ich habe - mit Glück - noch einen Stehplatz im Eingangsbereich zwischen 1. und 2. Klasse bekommen; ein Durchkommen weiter in die 2. Klasse war unmöglich, und ein Ausweichen in die 1. Klasse nicht nur tariflich unzulässig, sondern auch eher schwierig, weil das Zugbegleitpersonal dort bereits etliche Fahrgäste - ohne Rücksicht auf die gelöste Klasse - im Gang untergebracht hatte. Die entsprechende Mitarbeiterin beschied allerdings auf Nachfrage, bzgl. nicht möglicher Reservierungen nicht der korrekte Ansprechpartner zu sein; man möge sich an das Zugbegleitpersonal wenden. Aha? Was sie dann wohl gewesen sein mag? kopfkratz Am-Platz-Service für die 1. Klasse? Oder nur lustlos? Anyway, nach einer kurzweiligen hüstel Fahrt war ich sehr früh in Mannheim, was mir dann hinreichend Zeit ließ, mein Anliegen am ServicePoint vorzutragen (der mir den Entfall des Zugteils mit dem reservierten Platz bestätigte), dann mit der Bestätigung ins Reisezentrum weiterzuziehen, um mir das Reservierungsentgeld erstatten zu lassen (was sich etwas hinzog, weil die Dame ihren Computer nicht verstand und die Mitteilung über den Ausfall eines Zugteils so interpretierte, daß dieser vorhanden gewesen sei, der andere aber nicht - glücklicherweise konnte ihr dann eine Kollegin weiterhelfen) und die 3,- € sodann unverzüglich ein Stockwerk tiefer in einen Doppel-Cheeseburger umzusetzen. Auch nicht schlecht. :-)

Bahnreisende II

Rhein-Neckar-S-Bahn, Sonntagabend, S 1 Fahrtrichtung Osterburken. In Ludwigshafen steigen plötzlich Menschenmassen zu (möglicherweise, weil der zweite Zugteil dort abgekoppelt wurde? - das würde das plötzliche Auftauchen erklären). Natürlich werden primär die ersten beiden Türen des vorderen Zugteils zum Zustieg benutzt; menschlich verständlich, aber nicht zur Beschleunigung des Fahrtgastwechsels geeignet. Erst recht nicht, wenn vier Radfahrer ihre Zweiräder im - etwas breiteren - Einstiegsbereich verteilt haben und damit eine Tür komplett und den halben Gang blockieren.

Die beiden zuletzt zugestiegenen und damit ganz vorne an der Tür stehenden Fahrgäste erzeugen nicht nur durch ihre in jeder Hinsicht - insbesondere in die Breite - ausladende Erscheinung und die Bierdosen in der Hand Sympathie, sondern auch durch schwer verständliche Ausrufe. Als die Parolen deutlicher verständlich werden ("1. Mai - seit ‘33 arbeitsfrei!"), steigert das den Sympathiefaktor nicht unbedingt. Nachdem niemand einstimmen will, bleiben die weiteren Rufe ("Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer schaut zu? CDU!") dann auch eher gedämpft und etwas verschämt. Vermutlich war es so gesehen durchaus klug, sich das abschließende "Nie wieder Kommunismus, nie wieder Krieg! Nationaler Sozialismus bis zum Sieg!" bis zum Aussteigen aufzubewahren, sonst hätte sie doch noch jemand nachhaltig zur Ruhe gebracht … :-|

Bahnreisende

Samstagmittag, ICE nach Mannheim. Am Nebentisch ein Paar in den mittleren Jahren (nun ja, an deren oberen Ende, in jedem Falle). Er zaubert aus seinem Gepäck einen Becher hervor und füllt ihn mit Cola - und einem Flachmann Chantré. Um viertel vor zwei. :-O

Etwas später, am frühen Nachmittag, in Mannheim, beim Besteigen der S-Bahn. Wie kann man den Fahrgastwechsel beschleunigen? Zwei junge "Damen", die vermutlich im Hintergrund wanderten, hatten dafür das optimale Rezept. Man wartet, bis sich die übrigen Fahrgäste am Bahnsteig zur rechten und zur linken der Türen des eingefahrenen Zuges aufgestellt haben, um den Ausstieg der Fahrgäste zu ermöglichen, und rollt dann mit dem voluminösen Kinderwagen bis unmittelbar vor die Tür. Nachdem sich die aussteigenden Fahrgäste langsam und mühsam seitlich daran vorbeigequetscht haben, steigt man als erster ein und bleibt dann mit dem zweiten Kinderwagen quer im Einstieg stehen, denn - oh Wunder! - da ist gar nicht so richtig viel Platz. Dem sich dann teilweise Gehör verschaffenden Unmut der Einsteigewilligen (die vorher anstanden, die das Aussteigen ermöglichten und die jetzt immer noch nicht einsteigen können) begegnet man dann mit lautstarker Frechheit - was gibt es da auch für einen Grund zu drängeln, bevor man sich sortiert hat?

Bahnfahrers Freud und Leid

Mit der Bahn zu fahren kann sich durchaus als bequem erweisen: keine Staus (nur Verspätungen und überfüllte Züge), keine Suche (nur die nach Anschlusszügen) und keine Probleme mit dem Finden von Parkplätzen (außer am Abfahrtsbahnhof). Man gewinnt Arbeits- oder Freizeit, die man sonst als Autofahrer nicht hätte, und tauscht dagegen fehlende Mobilität am Zielort ein. Und das Reisen mit der Bahn kann zumindest im Fernverkehr, insbesondere in den ICE, ganz angenehm sein, vor allem, wenn der Zug allenfalls gut gefüllt ist und man die notwendigen Vorkehrungen (u.a. Gepäck, das sich gut verstauen läßt, und ein Tonabspielgerät oder Ohrenstöpsel gegen kreischende Kinder oder von ebenso unstillbarem wie lautem Mitteilungsbedürfnis geplagte Mitreisende; außerdem ein Laptop oder ein Buch, um die Zeit zu vertreiben oder zu nutzen, je nachdem) getroffen hat. Im Nahverkehr ist das anders, aber das sind in der Regel ja auch nur kurze Strecken, und die sind dann auch erträglich.

Wenn man nicht wesentliche Dinge übersieht.

Zum Beispiel, daß man, wenn man an einem Samstag am frühen Abend - von Süden nach Norden reisend - in Hanau auf den Nahverkehr umsteigen muß, nicht bedacht hat, daß Eintracht Frankfurt gespielt haben könnte.

Ich glaube, weitere Ausführungen über den letzten Teil der Hinreise am vergangenen Wochenende sind obsolet.

"Schneechaos"

Über Nacht ist - natürlich völlig überraschend und unvorhersehbar - Schnee gefallen. Die Deutsche Bahn steckt das offenbar zumindest auf manchen Strecken - so zwischen Neustadt und Karlsruhe - ganz gut weg, wenn man aus dem Menschenauflauf im Karlsruher Hauptbahnhof und der Anzeigetafel mit lauter scrollenden Laufschriften Schlüsse ziehen darf, jedoch nicht auf allen Strecken (das ist aber auch gemein: erst stürmt es, dann schneit es auch noch, mitten im Winter - wenn das so weitergeht, fallen am Ende noch im Herbst die Blätter von den Bäumen; auf solche neuzeitlichen Wetterphänome kann man eigentlich als Verkehrsunternehmen nicht vorbereitet sein).

Nicht so gut funktioniert aber der Karlsruher ÖPNV, oft - offenbar ohne Grund - gelobt: daß direkt hintereinander zwei Bahnen derselben Linie einfahren, ist sicherlich nicht normal. :-) Und daß sich vor mancher Haltestelle lange Staus von einem Halbutzend Bahnen und mehr bilden, darunter oft zwei direkt hintereinander fahrende Bahnen derselben Linie und insgesamt sogar von einer Linie drei Bahnen, ist auch nicht normal. Nun mag Schnee tatsächlich den schienengebundenen Verkehr stärker beeinflussen als den automobilen, der weithin unbeeinträchtigt floß; eine schwache Leistung sind aber die elektronischen Anzeigetafeln, die offenbar weiterhin den Sollfahrplan anzeigten, jedenfalls die direkt aufeinander folgenden Kurse nicht auswiesen.

Und die Begründung eines Fahrers, warum es nicht weitergeht - für die, die nicht selber sehen können, daß sich weiter vorne Bahnen vor einer Haltestelle schauen -, fand ich dann klasse: Das liege am "Scheechaos". :-) Sicher, es hat geschneit und es schneit auch noch, und der Schnee bleibt sogar liegen - wenn auch nicht auf der Fahrbahn -; aber von "Chaos" ist das nun wirklich weit entfernt. Richtiger wäre dann vermutlich "ÖPNV-Chaos". ;-)

Nachtrag: In Stuttgart scheint es nicht viel besser auszusehen. Das bleibt heute also weiter spannend.

Wieder einmal: Spaß mit der Bahn

Am vergangenen Wochenende hat die Bahn ein neues elektronische Stellwerk in Heidelberg in Betrieb genommen; solange war der Bahnverkehr eingestellt (glänzend koordiniert mit einer umfangreichen Sperrung der Autobahnen rund um Heidelberg, wie Zugschlus berichtete). Gestern abend wurde ich bei einem gemütlichen nachgeburtstäglichen Treffen noch daran erinnert, entschloss mich aber trotzdem todesmutig, heute morgen mit der Bahn zu fahren, allerdings mit dem ersten durchgehenden Zug, denn sicher ist sicher. Immerhin hatte ich heute zusätzlich zu Reise- und Laptoptasche noch anläßlich meiner Alterung - nachträglich - einen Käsekuchen ins Büro zu spedieren, und mußte pünktlich zu einer Sitzung erscheinen.

Heidelberg erwies sich dann auch nicht als Problem. Als ich kurz vor sieben Uhr am Bahnhof eintrudelte, stand der Zug nämlich überraschenderweise schon am Gleis; kurze Irritation wich dann aber dem beginnenden Begreifen: es war mitnichten der um kurz vor sieben fahrende Zug, es war der planmäßig um kurz vor sechs fahrende IC, der da nicht schon, sondern immer noch stand und auf die Aufhebung einer Vollsperrung irgendwo zwischen Neustadt und Mannheim wartete, zeitlicher Verlauf nicht abzusehen, wirkliche Alternativen keine.

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WLAN am Zug

Angenehm: in Mannheim ist ein WLAN-Accespoint der T-Com (der aus der Lounge?) auch auf dem Bahnsteig zu empfangen. So läßt sich die Wartezeit angenehm etwas verkürzen.

Stuttgart Hbf: Lounge und Coffee

Wie ich bereits schilderte, ist die db-Lounge Hauptbahnhof im Mai des Jahres umgezogen, und zwar von dem vergleichsweise kleinen Kabuff nahe des Ausgangs bzw. Abgangs zum Arnulf-Klett-Platz in deutlich geräumigere Flächen eine Etage höher in der Kopfbahnsteighalle, direkt am Südausgang und dem dort befindlichen Turm.

Jetzt ist endlich einmal mehr Platz und es herrscht zu den Hauptverkehrszeiten nicht mehr diese drangvolle Enge, und einen Fernseher gibt es auch (zu WM-Zeiten ist das allerdings eher ein Danaergeschenk). Allerdings schwächelt der T-Com-Hotspot doch arg; zumindest in der Lounge ist der Empfang je nach Aufenthaltsort schwach bis gar nicht vorhanden. Da darf noch etwas dran getan werden. Leider ist es auch - trotz der deutlich größeren Räumlichkeiten - bei den mickrigen zwei Laptop-Arbeitsplätzen (jetzt nur noch in Form zweier Tische, von denen jedenfalls einer im Hinblick auf den WLAN-Empfang suboptimal plaziert ist) geblieben; und diese haben noch nicht einmal mehr eine direkt zur Verfügung stehende Steckdose, sondern nur eine solche in der Nähe, die oft bereits für andere Zwecke belegt ist.

Dafür ist dort, wo sich die neue Lounge befand, ein Starbucks eingezogen. Nachdem ich von dieser Kette oft gehört habe, aber noch nie dort war, bin ich entsprechend gespannt. :-)

Bekanntschaften in der Bahn

Heute fand ich auf der Heimfahrt im IC nur noch einen Platz an einem der Tische - sehr unschön, weil es sich um alte IR-Garnituren handelt und die an den Tischen Laptopkiller-Magneten angebracht haben. So saß ich dann etwas verkrümmt an meinem Gerät und tippselte vor mich hin, als die Fahrkartenkontrolle einflog.

Der sympathisch wirkende Geschäftsmann gegenüber zückte Bahn- und ec-Karte zwecks Erwerb eines Fahrscheines, mußte sich zu seinem Erschrecken aber mitteilen lassen, daß schon seit Jahren nur Bargeld oder Kreditkarten akzeptiert würden; leider verfügte er zwar über beides, hatte allerdings ebenso beides nicht dabei. Nachdem der Zugbegleiter dann nach dem Kontrollieren des restlichen Wagens wieder aufgetaucht war, um eine Rechnung zu schreiben (20,- EUR für die Fahrkarte, 40,- EUR Aufpreis), bot ich mich dann an, das Geld vorzustrecken. Ich meine, was soll schon sein? Die meisten Leute sind schließlich ehrlich, dieser wirkte so, und selbst wenn nicht, 20,- EUR lassen sich verschmerzen.

So haben wir’s gemacht, ich bekam - noch bevor ich meine Bankverbindung auf eine Visitenkarte notieren konnte - bereits eine solche meines Gegenübers überreicht, und mußte dann doch grinsen: wir haben mehr oder weniger denselben Arbeitgeber, auch wenn es sich in seinem Fall um eine oberste Landesbehörde handelt. Nach Austausch der Karten stellten wir dann eine gemeinsame Bekannte fest und hatten angenehmen Gesprächsstoff für den Rest der gemeinsamen Fahrtstrecke (während der auch der Zugbegleiter noch einmal auftauchte und unter vielen Entschuldigungen erklärte, es wären im Falle eines Falles nicht 40,- EUR Aufpreis, sondern nur 15,- EUR gewesen). ;-)

Rückfahrt von Düren

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich muß sagen, die Bahn macht es einem manchmal nicht gerade leicht, gerne mit ihr zu fahren.

Gerade komme ich von einer längeren Fahrt aus dem Rheinland mit mehr als einstündiger Verspätung zurück; mein Versuch, mit der Verbindung 14.15 ab Düren, 16.24 an Mannheim zu fahren, scheiterte schon ganz zu Anfang am RE 1 (NRW-Express), den ich bereits am Vortag in anderer Sache als deutlich verspätet erleben durfte und der, wie ich von dortigen Pendlern inzwischen hörte, wohl eher selten pünktlich ist. Zug 10125 ab Aachen hatte jedenfalls 30 Minuten Verspätung wg. "Türstörung", wie mit Ihre Mitarbeiterin an Bord mitteilte; nicht direkt "höhere Gewalt". Natürlich war der ICE 509 in Köln nach Mannheim mit immer noch rund 25 Minuten Verspätung nicht mehr zu erreichen; dank des Stundentakts wurde es also direkt eine Stunde später. ICE 611, der eine Stunde später verkehrte, hat dann direkt in Köln einen Anschluß abgewartet und seine Reise mit 10 Minuten Verspätung gestartet; am Ziel war ich dann gegen. 17.32 Uhr, also rund 70 Minuten später als geplant.

Der Versuch, mit Berufung auf Ihre Kundencharta am ServicePoint wenigstens eine symbolische Entschädigung zu erlangen - 10 EUR wiegen nicht wirklich eine Stunde meiner Zeit auf, und ich möchte eigentlich nicht besonders billig reisen, sondern pünktlich ankommen -, scheiterte dann abschließend ebenfalls an der Weigerung Ihres Mitarbeiters; und wie ich nach Lektüre der Kundencharta feststellen konnte, hat der Mann (natürlich) Recht: eine Entschädigung gibt es nur bei mehr als 60 Minuten Verspätung eines *Fern*verkehrszuges.

Das hingegen ist eigentlich nur noch eine Veralberung und ersichtlich eine signifikante Verschlechterung zu der Regelung vor der Kundencharta, bei der bereits 30 Minuten Verspätung eines ICE genügten; denn wann ist ein Zug im Fernverkehr wirklich mal > 60 Minuten verspätet (ohne daß dann "höhere Gewalt" vorliegt), oder wann kommt es im reinen Fernverkehr zu massiven Anschlußverlusten, nachdem zumindest rein faktisch ICE durchaus auf ICE warten (aber eben nicht auf den Nahverkehr). Das Problem für den Reisenden sind nicht die Aussetzer einmal im Jahr oder alle paar Monate, bei denen mal ein ICE auf der Strecke liegenbleibt; was die Bahn als System sehr problematisch macht, sofern man nicht nur von ICE-Halt zu ICE-Halt fährt, sind die unkalkulierbaren und durchaus nicht seltenen Verspätungen im Nahverkehr von 10-20 Minuten im Vorlauf zum Fernverkehr, die regelmäßig durch Anschlußverlust dann zu Verspätungen von (ggf. deutlich) über einer Stunde führen.

Ich fürchte, so werden Sie auf Dauer nicht viel Erfolg bei der Werbung neuer Dauerkunden haben; denn wenn man grundsätzlich 60-80 Minuten Verspätung einkalkulieren muß (auch ohne Witterungsprobleme o.ä.), dann wird das Auto auf vielen Strecken durchaus konkurrenzfähig, und dann bietet sich eine Bahnverbindung eigentlich nur noch für Urlaubsreisen an, bei denen es wenig ausmacht, ob man nun ein oder zwei Stunden später am Ziel ankommt.

Mit freundlichen, aber erneut etwas enttäuschten Grüßen aus der Pfalz,
Thomas Hochstein

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